Gott ist mein Co-Pilot

Jugendarbeit im Dekanat Koblenz im Bistum Trier

Kleidermarkt am 20.2. im Keller des alten Handelshauses, Florinsmarkt, Koblenzer Altstadt

Februar16

Herzliche Einladung zum Stöbern, Tauschen und günstig einkaufen!

Es gibt gut erhaltene Klamotten aller Art, aber auch Taschen etc. aus dem Upcycle-Projekt.
Der Erlös meines Verkaufsstandes ist – wie immer – für das KSJ- Jugendhaus Rascheid und das Wanderheim der KSJ in Nattenheim.
Kommt, es wird lustig!
Jutta

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neue Infos zu den Überlebenden der St. Louis von 1939

Februar16

Ein interessierter Mensch, der die Nikolausrede über das Schicksal der St. Louis gelesen hat, hat mir heute folgenden link geschickt: http://www.natuerlichteambuilding.de/heimatlos-auf-hoher-see

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Das Projekt „Plan B“ geht weiter… hier die Termine für 2016

Dezember18

Die Upcycle-Termine für 2016, jeweils von 9.30 – 18.00 Uhr, begleitet von der Stoffkünstlerin Brigitte Pappe

27.2. Kirche der Jugend
21.5. Jugendtreff Vallendar
17.9. Begegnungsstätte Güls
19.11. Pfarrheim St. Peter Neuendorf (hier kleine Weihnachtsgeschenke nähen und upcyclen)

(Wir haben gebrauchte Textilien da und auch´Kleinkram wie Knöpfe, Reißverschlüsse etc. den es braucht! Wer die eigene Nähmaschine mitbringen will: Das wäre prima!)

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Nikolausrede 2015

Dezember5

Nikolaus 2015

Seit Wochen sitz ich oben und denke beklommen:
Soll ich in diesem Jahr wirklich zur Erde kommen?
Dass sie nicht einladend ist, das wisst ihr auch,
soll ich also festhalten an diesem schönen Brauch?
Trotz Krieg in Syrien und sinkender Boote,
trotz Pegida in Dresden mit recht hoher Quote,
trotz Zäune um Ungarn und Seehofer in Bayern,
trotz Lügenbaronen und Wahrheitsverschleiern,
Trotz VW, NSA und DFB,
trotz Silvio Blatter und ADAC,
trotz Angst in Brüssel und Bomben in Beirut
trotz Hartherzigkeit und mangelndem Mut
trotz Anschlägen auf Häuser, in denen Geflüchtete wohnen,
trotz Missbrauch von Glaube und Religionen,
trotz vermehrtem Einsatz von Militär
und Kriegseintritt der Bundeswehr
trotz Klimawandel und Politikversagen –
soll ich wirklich zu Euch kommen in diesen Tagen?
Ich habe ja schon seit Jahrhunderten Geduld mit Euch,
aber irgendwann ist auch da eine Grenze erreicht.
Gäbe es nicht noch anderes, Gutes bei Euch zu sehen,
wäre es um meinen Besuch auf Erden geschehen.

So freuen mich die vielen fleißigen Hände,
die Großzügigkeit, die Hilfe und jede Spende,
die sich den Schutzflehenden entgegenstrecken
sie sind bei Euch in sehr großer Zahl zu entdecken.
Überall haben sich runde Tische gegründet,
in denen sich das Engagement zusammenfindet.
Es geht um Kleidung für den Winter,
um Sport und Spiele für die Kinder,
um Sprache, Möbel und ums Wohnen,
ums Organisieren von Hilfsaktionen,
ums Kennenlernen beim gemeinsamen Essen,
dabei soll man den Schrecken vergessen,
die Angst, die Gewalt, vor was man auch floh,
die Verzweiflung und Hilflosigkeit sowieso.
Damit sich wieder Boden unter die Füße schiebt
Und es vielleicht ein wenig Hoffnung gibt.
Zumindest hier erinnert man sich daran,
wie der Artikel 16 in unser Grundgesetz kam.
Der heißt ganz einfach: Schutzsuchende erhalten Asyl,
denn sie brauchen einen sicheren Platz und Mitgefühl.
Die Erfahrung von 1939 war damals noch wach,
von verweigerter Hilfe tausendfach,
als jüdische Menschen unser Land verließen,
aus Angst vor kommendem Blutvergießen.

Ein Beispiel will ich Euch erzählen,
ich denke, es wird seine Wirkung nicht verfehlen.
Den 9. November 1938 kennt Ihr ja
und wisst, was in dieser Nacht in Deutschland geschah.
Das nahm auch die internationale Presse wahr
Und Propagandaminister Goebbels sah:
Eine öffentlichkeitswirksame Aktion musste her
Die Wahrheit verschleiernd und spektakulär.
So lud er 900 Juden und Jüdinnen ein,
Gast auf dem Luxusdampfer St. Louis sollten sie sein.
Zur deutschen Hapag Lloyd gehörte das stolze Schiff,
und es war mit seinem Luxus der Inbegriff
von Freiheit und Urlaub in fernen Ländern,
aber das sollte sich auf dieser Reise sehr bald ändern.
Das Schiff sollte die Juden nach Kuba bringen
Natürlich nicht, ohne ihnen vorher viel Geld abzuringen.
Teure Tickets, Gepäckaufbewahrung und Landeerlaubnis waren zu zahlen
Dazu kamen die Reichsfluchtsteuer und andere Pauschalen.
Der Staat als Schlepper, könnte es heute heißen,
Flucht außer Landes, ganz anders reisen.
Die St. Louis legte im Frühjahr 39 in Hamburg ab,
nahm Kurs auf Havanna und kam in knapp
14 Tagen dort im Hafen an
mit 900 Hoffnungen wie vor dem Land Kanaan.

Wie groß die Enttäuschung, wie riesig der Kummer,
als klar wurde, es war ein kubanischer Schummler,
seine Landungserlaubnisse waren nichts wert,
sie waren bezahlt, aber gefälscht und verkehrt.
Dazu gab es Streit in der kubanischen Regierung,
was herauskam, war eine Annullierung.
Kapitän Schröder verhandelte tagelang
Doch auch das half nicht und auch ihm misslang
die Rettung der vielen Menschen an Bord
und so musste die St. Louis leider wieder fort.

Kein Mensch durfte das Schiff verlassen,
man kappte die Leinen und die Trassen
schickte die St. Louis wieder hinaus aufs Meer
trotz langem Verhandeln und viel hin und her.
Wir können heute die Verzweiflung kaum ermessen,
die Hilfeschreie, die Wut, die unterdessen
zwischen den vielen Menschen um sich griff;
sogar einen Selbstmord gab es auf dem Schiff.
Man hatte gehofft, man wäre in Kuba willkommen,
hatte die weite Reise auf sich genommen.
Und nun musste man wieder in die Gefahr zurück
Für alle ein schrecklicher Augenblick.

Auch die USA ließen das Schiff nicht landen,
Präsident Truman las keine der vielen Memoranden
und Briefe der Freunde und Bekannten,
er ließ alle Bittgesuche versanden.
Der Grund: Wahlkampf und politisches Kalkül,
da bleibt kein Platz für Mitgefühl.

Während der Rückfahrt gab es schreckliche Szenen,
das Essen war knapp, es gab Wut und Tränen.
Schließlich war es dem Kapitän gelungen,
er war zu Diplomaten in Europa durchgedrungen.
So ankerte die St. Louis im Ärmelkanal,
von Frankreich, Belgien, Holland und England kamen in großer Zahl
Boote, um die Menschen aufzunehmen,
doch auch die verlangten hohe Tantiemen
für die Rettung und die Aufnahme an Bord,
für Lebensmittel, die Unterbringung und den Transport
in Lager, hinter Zäunen und Mauern,
die Angst war größer als das Bedauern.
Das Geld dafür kam von jüdischen Organisationen,
in Holland gab es sogar Demonstrationen
gegen die Juden, die Fremden im Land,
na ja, dieser Reflex ist Euch ja bekannt.

Das Schicksal der St. Louis sprach sich herum,
andere Schiffe mit Flüchtlingen kehrten um.
Sie verloren ihre Hoffnung auf Asyl,
auf Menschlichkeit, Solidarität und Mitgefühl.
Von der St. Louis überlebten nur die Dreihundert
in England, dass Ihr Euch nicht wundert.
Die anderen Sechshundert fielen den Nazis wieder in die Hände,
nach dem Blitzkrieg 41 und seinem furchtbaren Ende.
Hätten mehr Juden damals Aufnahme gefunden,
in dieser schrecklichen historischen Stunde,
wären Hunderttausende am Leben geblieben
und die Weltgeschichte würde anders geschrieben.

Wurde je aus der Geschichte gelernt?
Oder Erfahrungen wie die der St. Louis aus der Geschichte entfernt?
Unser Grundgesetzartikel 16 ist so ein seltener Fall;
In ihm findet all das seinen Widerhall,
was Menschen vermissten und brauchen in schlimmen Zeiten,
Schutz, Rettung, Aufnahme und Sicherheiten,
kein Spiel mit Zahlen, mit eigenen Interessen,
sonst kann man die Rettung gleich vergessen.
Hätt ich einen Wunsch frei, so wünscht ich ganz unkompliziert,
dass Artikel 16 Teil von Europas Verfassung wird!

Leider richtet die Politik nicht danach aus,
nicht in unserem Land, nicht im europäischen Haus.
Das Wort „Willkommenskultur“ ist schon fast zerstört,
und was an politischer Wende eigentlich dazugehört.
Der Widerspruch zwischen Engagement und Politik wird unerträglich,
ich frage Euch: Wie ist das möglich?
So bittet Euch heute St. Nikolaus:
Wer sich praktisch engagiert, sage auch geradeheraus,
was er politisch wünscht, was er kritisch sieht.
Schreibt Leserbriefe, geht bei Demos mit.
Nutzt Eure Chancen, rückt Euch ins Rampenlicht,
Euer Engagement ist ein politisches Schwergewicht!

Und weil Ihr das schon ganz gut macht,
hab ich Euch etwas mitgebracht.

St. Nikolaus muss jetzt weiterziehn,
es warten noch viele Menschen auf ihn.
Gott sei mit Euch auf all Euren Wegen,
seinen Frieden, seinen Segen
das wünscht allen hier im Haus
Euer alter Bischof Nikolaus.

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