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Jugendarbeit im Dekanat Koblenz im Bistum Trier

2nd Hemd&Hose Markt mit Spitzenergebnis!

Februar1

Bericht 2nd Hemd&Hose-Markt Koblenz 2017
12.200 Euro wurden am Markt-Wochenende umgesetzt; so viel wie nie zuvor. Die große Zahl der Besucherinnen und Besucher zeigte, dass der kritische Blick auf den eigenen Konsum und die Suche nach Alternativen stark im Kommen ist. Die Idee des 2nd Hemd&Hose-Marktes, den es seit 1999 im Bistum Trier an unterschiedlichen Orten immer wieder gibt, liegt in diesem Trend: Statt neue, oft billige Kleidung in minderer Qualität zu kaufen, suchen immer mehr Menschen auf dem Gebrauchtkleidermarkt nach gut erhaltenen Kleidungsstücken in besserer Stoffqualität. Dem Wert eines einzelnen Kleidungsstückes, in dem ein langer Entwicklungs- und Produktionsprozess steckt, wird so besser Rechnung getragen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die gebrauchte Ware durch mehrmaliges Waschen weniger von Schadstoffen wie z.B. Kaliumdicromat (Farbfestiger) belastet und deshalb gesünder für die Haut ist – in Zeiten von zunehmenden Allergien ein weiterer Grund für gebrauchte Kleidung. Gebrauchte Kleidung ist zudem günstig für den Geldbeutel; so waren auf dem Koblenzer Markt wie immer die Preise extrem niedrig. Die Masse der geschenkten Kleidung und das hohe Besucheraufkommen waren der Grund für die hohe Umsatzquote.
Dass es auch Spaß macht, sich stundenlang im Markt aufzuhalten, war der guten Atmosphäre anzumerken: Hier treffen sich seit Jahren Gleichgesinnte, die wissen, dass es die Vielfalt der tausende von Einzelstücken ist, die den Markt in der Jugendkirche X-Ground interessant und besuchenswert macht. Wer am Vorabend des Marktes den Film „Der Preis der Mode“, vorgeführt von Achim Trautmann vom BUND Koblenz gesehen hat, verspürt ohnehin keine Lust mehr, neue Kleidungsstücke zu kaufen. Erschütternde Informationen über die Textilproduktion in Billiglohnländern, über den verantwortungslosen Umgang mit Chemikalien, unter dem die Einwohner dort zu leiden haben, entlarven die globalisierte Textilindustrie als echte Bedrohung für Mensch und Natur. Hier mischen sich Profitgier, Rassismus, Frauenverachtung und Rücksichtslosigkeit in hohem Maße.
Wie in den letzten Jahren üblich, war eine Schneiderwerkstatt im Markt aufgebaut, in der sich unter der Anleitung der Stoffkünstlerin Brigitte Pappe so manches Einzelstück mit Hilfe von Krawatten, Stoffresten oder Tricks aus dem Schneiderhandwerkt aufpeppen ließ. Die Jugendlichen der Firmgruppen aus den umliegenden Gemeinden sorgten für das leibliche Wohl im Café Empore, unterstützt durch eine großzügigen Kuchenspende von Schirmherrn Berti Hahn.
Am Upcycling-Tisch von Gemeindereferentin Britta Mies und Sozialarbeiterin Michalina Jonderko konnten Kinder lernen, was sich aus leeren Milchtüten und Shampooflaschen alles herstellen lässt, wenn man der Kreativität freien Lauf lässt. Der Markt zieht in jedem Jahr schon im Vorfeld viele Menschen an, die sich an der Vorbereitung beteiligen: Jugendliche aus den Upcycle-workshops, Frauen aus ihren Gemeinschaften, Teilnehmerinnen der Nähwerkstätten. Der Markt hat, neben der bestellten Lieferung von der FairWertung (die sich auch aus der jährlichen Bolivienkleidersammlung speist), viele Spenderinnen und Spender aus Koblenz, die zu Gunsten dieser Aktion ihren Kleiderbestand auf den Prüfstand stellen und so manches schöne Einzelstück hergeben. Es ist viel Arbeit, alles zu sortieren und zu präsentieren, aber immer ein gutes Miteinander, bis der Markt steht – und bis er wieder abgebaut ist. Er kommt wieder – versprochen!
Jutta Lehnert, Dekanat Koblenz

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