Gott ist mein Co-Pilot

Jugendarbeit im Dekanat Koblenz im Bistum Trier

Bericht vom ersten Wochenende des Firm- und Glaubenskurses

März15

 

„Das kann doch kein Zufall sein!“ – Glaubens- und Firmkurs der KSJ Trier.

Die KSJ wagt einen neuen Versuch: Einen Glaubens- und Firmkurs für Jugendliche ab 16 Jahren.

Ausgehend von der Beobachtung, dass nicht mehr alle Jugendliche Kontakte zu ihren Pfarrgemeinden haben, aber dennoch auf der Suche nach GesprächspartnerInnen für ihre Glaubensfragen sind, versucht die KSJ eine Verknüpfung zwischen Jugendarbeit und Katechese. Der Kurs ist in Sprache und Arbeitsformen jugendgemäß – interessant ist dabei vor allem der Versuch, die in der KSJ übliche kontextuelle Bibelarbeit zur Grundlage zu machen. Wer sich anmeldet, wird auf jeden Fall neue Erfahrungen machen mit sich selbst, mit einer Gemeinschaft und mit der Bibel – das war einige der Ziele.

So startete der Versuch und das erste Wochenende gab diesen Überlegungen Recht. Die 16 Jugendlichen betonten ausdrücklich ihr Interesse an einem anderen Zugang zu Fragen des Glaubens als ihnen beispielsweise im Religionsunterricht ermöglich wird. Dass das nicht langweilig und trocken sein muss, bewies das ehrenamtliche Team der KSJ, unterstützt von der Geistlichen Leitung. So sollte denn auch das erste Treffen mit einem genauen Blick auf die biblische Texte beginnen, die unserem Glauben zugrunde liegen. Was die Jesusbewegung und die frühen judenchristlichen Gemeinden zentral prägte, ließ sich aus dem Vergleich zwischen der üblichen antiken Tischordnung und der „Mahlgemeinschaft von Gleichgestellten“ ablesen: Platz am Tisch für alle, allen voran die Übersehenen und Armen als Ausdruck von Gottes Gerechtigkeit. Schnell waren die Parallelen zu Heute erkannt: Wo es Ausgrenzung gibt und wo die Aufgabe von Kirche und Jugendarbeit sein könnte, diese zu überwinden.

Spielerische Umsetzungen der zentralen Aussagen unterschiedlicher biblischer Texte, die alle das Thema „Mahlgemeinschaft“ hatten, verhalfen zur Vertiefung. Dass es bei der sog. „Wunderbaren Brotvermehrung“ auf keinen Fall um die Durchbrechung von Naturgesetzen geht, sondern um das Durchbrechen dessen, was wir für unmöglich, Gott aber für möglich hält, wurde bei der kontextuellen Auslegung klar. Alle Überlegungen zur Gemeinschaft und dem Geist, der sie prägen soll, wurden im sog. „Feierabendmahl“ aufgegriffen, das in der KSJ schon feste Tradition ist. „Lass mich Dir erzählen, was ein Sakrament ist….“ – mit diesem Satz beginnt der Tischgottesdienst, der meistens die Vater-Unser-Bitte um das Brot für den heutigen Tag in den Mittelpunkt stellt. Kerzenlicht, einfaches Essen mit den Fingern, gemeinsames Singen und offene Gespräche am Tisch lassen erahnen, wie die frühen Christen sich in ihren Häusern getroffen haben müssen, um ihre Sorgen, ihre Fragen, ihr Gottvertrauen und ihr mitgebrachtes Essen miteinander zu teilen. Die abschließende Reflexionsrunde am Sonntagmorgen zeigte, dass das Wochenende „Geschmack nach mehr“ erzeugt hatte: Beim nächsten Treffen soll es um die Gottesfrage gehen; genauer um die Fragestellung, wie sich denn die Vorstellung eines gütigen und gerechten Gottes mit der Erfahrung von Leid und Gewalt und mit dem tagtäglichen Scheitern von guten Absichten verbinden lässt.

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