Gott ist mein Co-Pilot

Jugendarbeit im Dekanat Koblenz im Bistum Trier

Bericht vom zweiten Wochenende des Firm- und Glaubenskurses

Juni3

 

Zu welcher Religion gehörst Du, Gott?

Mit der Gottesfrage beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten Wochenendes, das im Rahmen des KSJ-Firmkurses im Jugendhaus Rascheid stattfand. Dieses Thema war eigens gewünscht worden und das Vorbereitungsteam der KSJ ging gern darauf ein. Eigene Gottesbilder einerseits und offene Fragen andererseits rückten die zentrale Gottesfrage in den Mittelpunkt, die in der Theologie die „Theodizee-Frage“ genannt wird: „Wie kann man an Gott glauben angesichts der Erfahrung von Unrecht und dem Leiden Unschuldiger?“ An den Erschießungsorten des nahe gelegenen ehemaligen KZ Hinzert verschärfte sich die Frage noch: Dürfen um der menschlichen Freiheit der Entscheidung willen Unschuldige sterben? Wie kann Gott es zulassen, dass Gewalt und Menschenverachtung dermaßen triumphieren dürfen? Nach intensiver Diskussion von verschiedenen Vorschlägen namhafter Theologen und Theologinnen zur Lösung dieser Frage wurde klar: Theoretisch lässt sich diese Frage nicht zufrieden stellend lösen. Nur praktisch kann man einer Lösung näher kommen: An Gott festhalten bedeutet, die Hoffnung auf eine Rettung der Opfer und auf Rettung des Menschlichen zu bewahren. Karl Rahner´s Satz ist maßgebend, den er über das menschliche Leiden und die Frage nach Gott gesprochen hat: „Warum es das Leiden gibt, vermag ich nicht zu sagen. Eines aber weiß ich: Wenn Sie aus Protest gegen das Böse Gott aus Ihrem Leben streichen wollen, wird die Geschichte noch viel schlimmer, denn dann haben Sie eine abtrünnig böse und absurde Welt und sonst nichts. Wenn Sie das im Namen der Liebe zu anderen wirklich verantworten können – gut, aber ich glaube nicht, dass man das kann.“

Eine kreative Bibelarbeit zum Buch Daniel vertiefte die Erkenntnis, dass man zwar auf Gott vertrauen kann – Gott aber die Freiheit hat, sich als hilfreich zu erweisen oder eben auch nicht. Das ist eine schwer auszuhaltende Wahrheit, aber es hilft nur, die Rede von und zu Gott als Schrei nach Rettung des Anderen zu verstehen, als Hoffnung, die vor Gleichgültigkeit und dem Vergessen des Unrechts bewahrt. So von Gott zu reden verändert auch das eigene Verhältnis zur Welt: Es wird Ansporn, die Welt im Geist Gottes zu verändern. Eine weitere Gesprächsrunde, die sich an den Video-Clip von „One of us“ anschloss, besprach neue Fragen: Kann man Dich erfahren, Gott? Bist Du noch stolz auf das, was Du erschaffen hast, so wie es heute ist? Was erwartest Du von mir? Zu welcher Religion gehörst Du? Im Gottesdienst, der wieder am Tisch gefeiert wurde, stellte das Gottesbild Jesu in den Mittelpunkt, wie es in Mt 25 am deutlichsten wird: „Was ihr dem Geringsten tut, das habt ihr mir getan…“. Das Wochenende bot auch Zeit zum Entspannen, Spielen, Filzen; die Mahlzeiten wurden jeweils mit einem „Gottes-Satz“ eröffnet: „….dass Gott ein Tätigkeitswort werde!“ oder „Bezeugt ihr mich nicht, dann bin ich nicht.“ Die Abschlussrunde ergab die Themen für das nächste Treffen, das auf der Neuerburg in der Eifel stattfinden wird: Ökumene – Der eine Gott und die Religionen – Bedeutung von Sakrament und Firmung – Gebet und Gottesdienst. Genug Stoff, den das Team der KSJ wieder interessant vorbereiten wird.

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