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Firmwochenende der KSJ Bendorf im Jugendhaus Rascheid vom 27. bis 29. März 2009

April1

Langsam spricht es sich auch in Bendorf rund: Es ist cool und lustig, mit derKSJ wegzufahren. Das Team hatte das Thema „Rassismus“ vorbereitet, weil das aktuell und wichtig ist, sich damit zu befassen. Denn oft ist eine rassistische Haltung nicht so leicht zu erkennen, sie ist eben nicht nur zu finden bei Neonazis, sondern oft mitten im Alltag – etwa, wenn man unbegründet Fremdes ablehnt, ohne es kennenlernen zu wollen. So startete denn das Thema mit der Frage, ob es die Verführung zu unbewusstem Rassismus nicht bei jedem/jeder von uns gibt. Daran schloss sich ein Planspiel an, an dem man sehen konnte, wie Bevorzugungen in einem System zu Kriminalisierung und Erweiterung von Unrecht führen. Nachmittags waren wir dann drei Stunden in der Gedenkstätte und Ausstellung von Hinzert, dem ehemaligen KZ. Für uns aus Bendorf besonders wichtig: Denn das Arbeitslager Bendorf ist ein Unterlager von Hinzert gewesen. Dem müssen wir unbedingt noch einmal nachgehen!

Danach war eine Pause sehr notwendig, damit die Eindrücke sich setzen konnten. Um 20.00 Uhr wurde dann derGottesdienst gefeiert, in der bei der KSJ üblichen Form: Am Tisch, mit dem Abendessen verknüpft. So wie die ersten Christinnen von Philippi, unter der Leitung von Lydia…..

….Abends dann der Film über Sophie Scholl, der ja vor allem aus ihrem Verhör besteht und deswegen wenig reißerisch, dafür aber um so intensiver ist.

Am Sonntagmorgen stellte Jonas dann die KSJ vor und lud dazu ein, bei der 72-Stunden-Aktion mitzumachen oder zu überlegen, ob man nicht eine neue Gruppe in der KSJ Bendorf bilden will….

 

 

Das Team würde sich sehr darüber freuen!

 

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Bericht vom zweiten Wochenende des Firm- und Glaubenskurses

Juni3

 

Zu welcher Religion gehörst Du, Gott?

Mit der Gottesfrage beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten Wochenendes, das im Rahmen des KSJ-Firmkurses im Jugendhaus Rascheid stattfand. Dieses Thema war eigens gewünscht worden und das Vorbereitungsteam der KSJ ging gern darauf ein. Eigene Gottesbilder einerseits und offene Fragen andererseits rückten die zentrale Gottesfrage in den Mittelpunkt, die in der Theologie die „Theodizee-Frage“ genannt wird: „Wie kann man an Gott glauben angesichts der Erfahrung von Unrecht und dem Leiden Unschuldiger?“ An den Erschießungsorten des nahe gelegenen ehemaligen KZ Hinzert verschärfte sich die Frage noch: Dürfen um der menschlichen Freiheit der Entscheidung willen Unschuldige sterben? Wie kann Gott es zulassen, dass Gewalt und Menschenverachtung dermaßen triumphieren dürfen? Nach intensiver Diskussion von verschiedenen Vorschlägen namhafter Theologen und Theologinnen zur Lösung dieser Frage wurde klar: Theoretisch lässt sich diese Frage nicht zufrieden stellend lösen. Nur praktisch kann man einer Lösung näher kommen: An Gott festhalten bedeutet, die Hoffnung auf eine Rettung der Opfer und auf Rettung des Menschlichen zu bewahren. Karl Rahner´s Satz ist maßgebend, den er über das menschliche Leiden und die Frage nach Gott gesprochen hat: „Warum es das Leiden gibt, vermag ich nicht zu sagen. Eines aber weiß ich: Wenn Sie aus Protest gegen das Böse Gott aus Ihrem Leben streichen wollen, wird die Geschichte noch viel schlimmer, denn dann haben Sie eine abtrünnig böse und absurde Welt und sonst nichts. Wenn Sie das im Namen der Liebe zu anderen wirklich verantworten können – gut, aber ich glaube nicht, dass man das kann.“

Eine kreative Bibelarbeit zum Buch Daniel vertiefte die Erkenntnis, dass man zwar auf Gott vertrauen kann – Gott aber die Freiheit hat, sich als hilfreich zu erweisen oder eben auch nicht. Das ist eine schwer auszuhaltende Wahrheit, aber es hilft nur, die Rede von und zu Gott als Schrei nach Rettung des Anderen zu verstehen, als Hoffnung, die vor Gleichgültigkeit und dem Vergessen des Unrechts bewahrt. So von Gott zu reden verändert auch das eigene Verhältnis zur Welt: Es wird Ansporn, die Welt im Geist Gottes zu verändern. Eine weitere Gesprächsrunde, die sich an den Video-Clip von „One of us“ anschloss, besprach neue Fragen: Kann man Dich erfahren, Gott? Bist Du noch stolz auf das, was Du erschaffen hast, so wie es heute ist? Was erwartest Du von mir? Zu welcher Religion gehörst Du? Im Gottesdienst, der wieder am Tisch gefeiert wurde, stellte das Gottesbild Jesu in den Mittelpunkt, wie es in Mt 25 am deutlichsten wird: „Was ihr dem Geringsten tut, das habt ihr mir getan…“. Das Wochenende bot auch Zeit zum Entspannen, Spielen, Filzen; die Mahlzeiten wurden jeweils mit einem „Gottes-Satz“ eröffnet: „….dass Gott ein Tätigkeitswort werde!“ oder „Bezeugt ihr mich nicht, dann bin ich nicht.“ Die Abschlussrunde ergab die Themen für das nächste Treffen, das auf der Neuerburg in der Eifel stattfinden wird: Ökumene – Der eine Gott und die Religionen – Bedeutung von Sakrament und Firmung – Gebet und Gottesdienst. Genug Stoff, den das Team der KSJ wieder interessant vorbereiten wird.

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Bericht vom ersten Wochenende des Firm- und Glaubenskurses

März15

 

„Das kann doch kein Zufall sein!“ – Glaubens- und Firmkurs der KSJ Trier.

Die KSJ wagt einen neuen Versuch: Einen Glaubens- und Firmkurs für Jugendliche ab 16 Jahren.

Ausgehend von der Beobachtung, dass nicht mehr alle Jugendliche Kontakte zu ihren Pfarrgemeinden haben, aber dennoch auf der Suche nach GesprächspartnerInnen für ihre Glaubensfragen sind, versucht die KSJ eine Verknüpfung zwischen Jugendarbeit und Katechese. Der Kurs ist in Sprache und Arbeitsformen jugendgemäß – interessant ist dabei vor allem der Versuch, die in der KSJ übliche kontextuelle Bibelarbeit zur Grundlage zu machen. Wer sich anmeldet, wird auf jeden Fall neue Erfahrungen machen mit sich selbst, mit einer Gemeinschaft und mit der Bibel – das war einige der Ziele.

So startete der Versuch und das erste Wochenende gab diesen Überlegungen Recht. Die 16 Jugendlichen betonten ausdrücklich ihr Interesse an einem anderen Zugang zu Fragen des Glaubens als ihnen beispielsweise im Religionsunterricht ermöglich wird. Dass das nicht langweilig und trocken sein muss, bewies das ehrenamtliche Team der KSJ, unterstützt von der Geistlichen Leitung. So sollte denn auch das erste Treffen mit einem genauen Blick auf die biblische Texte beginnen, die unserem Glauben zugrunde liegen. Was die Jesusbewegung und die frühen judenchristlichen Gemeinden zentral prägte, ließ sich aus dem Vergleich zwischen der üblichen antiken Tischordnung und der „Mahlgemeinschaft von Gleichgestellten“ ablesen: Platz am Tisch für alle, allen voran die Übersehenen und Armen als Ausdruck von Gottes Gerechtigkeit. Schnell waren die Parallelen zu Heute erkannt: Wo es Ausgrenzung gibt und wo die Aufgabe von Kirche und Jugendarbeit sein könnte, diese zu überwinden.

Spielerische Umsetzungen der zentralen Aussagen unterschiedlicher biblischer Texte, die alle das Thema „Mahlgemeinschaft“ hatten, verhalfen zur Vertiefung. Dass es bei der sog. „Wunderbaren Brotvermehrung“ auf keinen Fall um die Durchbrechung von Naturgesetzen geht, sondern um das Durchbrechen dessen, was wir für unmöglich, Gott aber für möglich hält, wurde bei der kontextuellen Auslegung klar. Alle Überlegungen zur Gemeinschaft und dem Geist, der sie prägen soll, wurden im sog. „Feierabendmahl“ aufgegriffen, das in der KSJ schon feste Tradition ist. „Lass mich Dir erzählen, was ein Sakrament ist….“ – mit diesem Satz beginnt der Tischgottesdienst, der meistens die Vater-Unser-Bitte um das Brot für den heutigen Tag in den Mittelpunkt stellt. Kerzenlicht, einfaches Essen mit den Fingern, gemeinsames Singen und offene Gespräche am Tisch lassen erahnen, wie die frühen Christen sich in ihren Häusern getroffen haben müssen, um ihre Sorgen, ihre Fragen, ihr Gottvertrauen und ihr mitgebrachtes Essen miteinander zu teilen. Die abschließende Reflexionsrunde am Sonntagmorgen zeigte, dass das Wochenende „Geschmack nach mehr“ erzeugt hatte: Beim nächsten Treffen soll es um die Gottesfrage gehen; genauer um die Fragestellung, wie sich denn die Vorstellung eines gütigen und gerechten Gottes mit der Erfahrung von Leid und Gewalt und mit dem tagtäglichen Scheitern von guten Absichten verbinden lässt.

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