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Jugendarbeit im Dekanat Koblenz im Bistum Trier
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Schwierigkeiten in Ruanda

November13

Wer die Zeitung liest oder Nachrichten online abruft, hat es sicher mitbekommen: Der deutsche Botschafter soll aus Ruanda ausgewiesen worden sein und der ruandische Botschafter wurde aus Deutschland abberufen – so heißt es. Aber es ist nicht so heiß: Beide sind nur auf eine gewisse Zeit weg von ihren Plätzen – sozusagen eine Verwarnung. Grund dafür ist, dass die Bundesregierung die Protokollchefin von Paul Kagame, Rose Kabuye, an Frankreich ausgeliefert hat. Ihr wird vorgeworfen, am Flugzeugabsturz des damaligen Präsidenten Habyariamana (6. April 1994) beteiligt gewesen zu sein und auch am Völkermord. Gegen sie liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Das kann jetzt durch einen Prozess in Frankreich geklärt werden. Langfristig wird die Auslieferung aber das ruandisch-deutsche Verhältnis nicht belasten; alle Hilfsorganisationen bleiben im Land und fühlen sich nicht bedroht. Wir (das Ruandaprojekt von Haus Wasserburg und die KSJ) verlassen uns auf diese Einschätzung.

Viel problematischer ist allerdings die Konfliktlage jenseits der ruandisch-kongolesischen Grenze: Bei Goma (Kongo) sind hunderttausende Flüchtlinge angekommen, die im strömenden Regen ausharren und fast keine Versorgung erhalten. Nach Kibuye (Ruanda) haben sich die Wohlhabenden unter ihnen retten können, die dort in Hotels auf eine Veränderung der Lage warten. Hintergrund ist der schon lange währende Konflikt zwischen Staatschef Kabila und dem Chef der Rebellenarmee Nkunda (hier wird auch der alte Konflikt zwischen Hutu und Tutsi wieder virulent). Warum die reichen Industrienationen nicht wirklich intervenieren, sondern es bei ein paar kosmetischen Bemühungen belassen, ist klar: Wenn es wirklich Frieden gäbe, könnte die kongolesische Regierung über ihre Rohstoffe selbst verfügen. Daran haben die weltweit agierenden Konzerne keine Interesse, schließlich handelt es sich dabei um Diamanten und das für die technikabhängige westliche Welt unverzichtbare Coltan. Die Konfliktlage begünstigt die Konkurrenz und die Möglichkeit, illegal an die heiß begehrten Rohstoffe zu kommen. Kein Friede in Sicht – jedenfalls nicht so bald!

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Besuch aus Ruanda

September26

Salvain aus Matimba ist vielen bereits bekannt, als engagierter Jugendpfarrer und gern gesehener Gast in Haus Wasserburg und bei der KSJ. Deshalb nutzten auch viele die Gelegenheit, ihn beim Wallfahrtskirchenfest der Pallottiner in Vallendar wieder zu treffen. In seiner Predigt, die von Ferdinand Caspar sehr einfühlsam übersetzt wurde, verglich er die bisherigen Kontakte und die Zusammenarbeit mit dem Gleichnis vom Sämann. Was die Freiwilligen (deutsche Jugendliche, die mit der KSJ oder mit Haus Wasserburg in Kontakt stehen und ein echtes Interesse haben, können für ein Jahr dort einen freiwilligen Dienst leisten) mit den Jugendlichen aus den Pfarreien erarbeitet hätten, habe gute Früchte getragen – wie der Samen, der auf guten Boden gefallen ist.

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Karin aus Ruanda zurück – Sophie und Silvia starten bald

Juli6

Im „Gottesdienst für ausgeschlafene ChristInnen“ am 13.7.08 wird Karin Stumpf, die vor kurzem aus Ruanda zurück gekommen ist, über ihre Arbeit in Matimba berichten. Sie wird von Sophie Klein aus Koblenz abgelöst, die zum 1. August dort ihre Arbeit aufnimmt, gleichzeitig geht Silvia Grundmann nach Kigali, um ähnliche Projekte in einer Pfarrei am Stadtrand von Kigali zu begleiten. Die beiden sind von „Sofia“ vorbereitet, der Organisation für freiwillige Auslandsdienste des Bistums Trier.

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Aus Ruanda wieder da!

März6

Es war unglaublich gut zu sehen, wie die Arbeit des Superteams Karin-Salvain-Andreas in der Pfarrgemeinde Matimba und den sog. „Sub-Parishes“ bisher gelungen ist: In der Gruppenleiterschulung ging es um Teamfähigkeit und Vertrauen, um Partizipation und Eigenverantwortung – und die Jugendleitungen sind unglaublich stolz auf ihre neu entstandene Gemeinschaft. Zur Zeit wird ein Fußballturnier ausgerufen, bei dem nur geschlechtergemischte Teams antreten dürfen – die Teams, die sich beteiligen, kriegen einen neuen Fußball. Auch die Begegnungen mit der dynamique femmes, den Frauengruppen, waren interessant: Hier wird offen über die Geschlechterfrage diskutiert, Benachteiligungen und Ängste kommen offen zur Sprache. Mit sehr mutigen und aufrechten Frauen hatten wir sehr erkenntnisreiche Gespräche, da können wir echt noch was lernen! In drei Pfarreien wurden wir mit besonderen Festen empfangen: In Gakagati, wo wir ein Huhn und einen Hahn als Geschenk erhielten, in Kagitumba, wo das erste Nähmaschinenprojekt seinen Anfang nehmen wird, und in Matimba, wo wir mit vielen Leuten ein Ananasfeld anpflanzten. Hier war auch am 4. Fastensonntag ein sehr schöner, lebendiger Gottesdienst, mit Trommeln, Klatschen, Singen und allem, was dazu gehört, wenn man ein so schönes und befreiendes Evangelium wie das von der Samaritanerin am Jakobsbrunnen hört. Daneben blieb auch etwas Zeit, nach Butare zu fahren, um den Königspalast zu sehen – eine riesengroße, kunstvoll gearbeitete Strohhütte des letzten ruandischen Königs, der 1959 vergiftet wurde. Die Geschichte Ruandas ist allgegenwärtig: In den vielen Gedenkstätten, die an die Toten von 1994 erinnern, in der spürbaren Benachteiligung der Überlebenden der Massaker, in den noch schwelenden Konflikten, die auch die Grasgerichte – die sog. Gacacas – nicht lösen konnten. Und leider spielt die katholische Kirche hier keine vorbildliche Rolle: Sie verbarrikadiert sich in einer Verfestigung des Abstandes zwischen Klerus und Laien, lässt keine Offenheit in Bezug auf ihre eigene Schuldverstrickung zu und genießt nach wie vor die Deutungshoheit, die sie in breiten Schichten der Bevölkerung hat – noch. Sicher muss man die Wirtschaftspolitik der jetzigen Regierung kritisch im Auge behalten: In Kigali schießen die Riesenbauten der Hochfinanz nur so aus dem Boden – Bill Gates hat ein Riesengrundstück in bester Lage gekauft, die amerikanische Botschaft ist neu gebaut worden, ein neuer internationaler Flughafen ist in Planung. Und auf dem Land gibt es lediglich ein paar Wasserzapfstellen mehr – aber immer noch kein Abwassersystem und keine Elektroleitung. Wir halten das zusammen: Partnerschaftliche Kontakte und gute, theologisch begründete Sozialarbeit und gleichzeitig den kritischen Blick auf die Realitäten!

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