Gott ist mein Co-Pilot

Jugendarbeit im Dekanat Koblenz im Bistum Trier
Browsing KarTage

Kartage 2010

April27

posted under KarTage | Kommentare deaktiviert für Kartage 2010

Bericht über die KarTage 2010 in Rascheid

April21

„Wer schreit, lebt noch“, dieses Thema klang für einige recht hart. Und am KarFreitag haben wir auch gemerkt, dass es um ziemlich harte Sachen ging: Einstieg an diesem Morgen war der Dokumentarfilm „Die Foltermethoden des CIA“. Wer hätte gedacht, dass der CIA direkt nach dem 2. Weltkrieg sogar mit Naziärzten zusammengearbeitet hat, um von ihrem Umgang mit menschlichen „Versuchskaninchen“ in den KZs Foltermethoden zu lernen? Und wer hätte gedacht, dass daraus ein richtiges Folterhandbuch entstanden ist, dessen Handlungsanweisungen heute noch im Auftrag des CIA Anwendung finden – Guantanamo und Abu Ghraib sind uns allen noch sehr gut im Gedächtnis! Besonders zynisch: Zur Verantwortung gezogen wurden nur die ausführenden Folterknechte; an die entscheidenden Politiker im Hintergrund wagt sich auch Präsident Obama bis heute nicht. Besonders eindrucksvoll der Text: „Wofür die Sprache keine Worte hat – Wer draußen ist, hat keine Augen, es zu sehen – wer drinnen ist, keine Zunge, um davon zu reden.“

Zu Scham und Schweigen verurteilt sind auch die Kinder, denen Gewalt angetan wird und von denen zur Zeit so viel zu hören ist. Auch ihre Schicksale begleiteten uns auf unserem Kreuzweg, der wie jedes Jahr nach Hinzert führte. Weil wir am GrünDonnerstagabend lange gefeiert hatten („Die Freiheit feiern, auch wenn sie noch aussteht…“), der Kreuzweg sehr weit aber schön war im hellen Sonnenschein, kehrten alle recht müde zum Haus zurück. Erst am späten Abend nach einer langen Pause haben wir uns einen Spielfilm angeguckt, bei dem es um Kindesmissbrauch in einer italienischen Kirchengemeinde ging. KarSamstag ging es dann um eine ganz andere Art von Schrei: Den Schrei aus Protest. Der gehört zur Auferstehung dazu, weshalb unsere Osterkerze in diesem Jahr das Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch zeigt. Wie jedes Jahr bricht am KarSamstagnachmittag die Arbeit aus: Auf dem Speicher geht es um die Vorbereitung des Gottesdienstes, im Speisesaal wird die Kerze geschmückt, in der Küche wird gebacken, bebrutzelt, geformt und gefärbt, damit das Fest wunderschön wird. Und das war es auch: Am Osterfeuer vor der Annakapelle kamen noch ein paar Leute dazu und mit Lesungen (der Freudenschrei des ersten Menschen, der bemerkt, dass er nicht allein ist, der Schrei nach Freiheit in der Sklaverei Ägyptens, der Schrei aus Protest der ersten Christengemeinde in Rom und der Überraschungsschrei am leeren Grab….), schöner Musik und Schritten vom Tod ins Leben haben wir die Osternacht gefeiert. Festessen dann im Haus und feiern bis zum frühen Morgen – so ist das nur ein einziges Mal im Jahr. Wieder mal waren die Ostereier viereckig (der neue Fairetta-Riegel des BDKJ Bayern heißt „Fairbrechen“!) und es war viel aufzuräumen im Haus. Aber das macht nix, wenn man eine so gute Gruppe zusammen hat wie in diesem Jahr.

posted under KarTage | Kommentare deaktiviert für Bericht über die KarTage 2010 in Rascheid

KarTage 2009 in Rascheid

April21

 

„Alles kann immer auch anders!“

Das KarTagenteam (Ari, Yannick, Janis, Häusi und Jutta) hatten sich etwas Besonderes überlegt: Zum Einstieg in den GrünDonnerstagAbend sollte es um Brotgeschichten der Bibel gehen. Das Brot ist Zeichen der Befreiung bei der Flucht aus der Sklaverei, es ist Zeichen der Gerechtigkeit in der Jesusgruppe, es ist Zeichen der Solidarität bis heute. Schön, diese Texte beim Schein der Kerzen zu hören, dann das Brot zu teilen und alles andere Gute zum essen auch. Dieses Jahr hat die Nachtwache funktioniert: Jede Stunde waren drei Gestalten im Dunkel unterwegs zur Annakapelle, um dort die Stille zu genießen. KarFreitagMorgen befassten wir uns genauer mit dem Prozess um Jesus. Er war nur einer unter Tausenden, die zur Abschreckung ans Kreuz geschlagen wurden, damals eigentlich kaum der Erwähnung wert. Aber Johannes macht in seinem Evangelium etwas Anderes daraus: Ein Intrigenspiel zwischen der römischen und der jüdischen Obrigkeit, um zu zeigen, wie leicht aufrechte Menschen Machtpolitik und Gesetzesgehorsam zum Opfer fallen. So politisch ist das Johannesevangelium! Am Nachmittag war der Kreuzweg zu den Nazi-Erschießungsorten im Wald von Hinzert von vier Themen bestimmt: Gedenken des Völkermordes in Ruanda im April 1994, 60 Jahre NatO, die Finanzkrise und CocaCola, der Zynismus eines Konzerns. In Gruppen waren Stationen mit Texten und Liedern vorbereitet. Der Weg war sehr lang, aber bei dem schönen Wetter, den interessanten Leuten und Themen nicht langweilig. „Shooting dogs“ war der KarFreitagsFilm in diesem Jahr, der wohl berührendste Film über den Völkermord in Ruanda, der uns die Sprache verschlug.

Wie kann man dann über Auferstehung sprechen? Weil es auch in Ruanda „Auferstehung“ gab; mutige Menschen, die sich mit dem Unmenschlichen nicht abfanden, sondern sich ihm entgegenstellten. „Der aufgestandene Leib des Messias – das sind wir!“ Unter diesem Satz stand unser diesjähriges Gespräch am KarSamstagMorgen. Der Evangelist Markus lässt in seinem Text eine Lücke: Der Körper Jesu ist nicht im Grab, er ist da, wo Menschen sich in seinem Geist auf den Weg machen. Aber damit die Jesusleute auch wirklich den aufgestandenen Leib des Messias abbilden, müssen sie seine Gerechtigkeit und Solidarität leben: „Jesus ist nicht von den Toten aufgestanden, wenn wir uns nicht aufmachen und in seine Geschichte eintreten.“ Das ist der zentrale Inhalt unserer Osterbotschaft. Zur Osternachtfeier waren liebe Leute aus Rascheid und aus der KSJ dazu gekommen, so dass es recht eng und warm wurde in der kleinen Annakapelle, aber gleichzeitig feierlich und gemütlich. Alle waren auch zum Essen und Weintrinken ins Jugendhaus eingeladen, klar. Wunderschön war in diesem Jahr die Musik, weil wir supergute Musiker dabei hatten. Und die Osterkerze ist sehr schön geworden, sie trägt Zeichen der kommenden Irlandfahrt; das Kreuz besteht aus roten Sternen, Symbole für andere Versuche des Widerstands gegen Unrecht. Unnötig zu erwähnen, dass das Aufräumen bei einer so tollen Gruppe supergut klappte und dass natürlich alle im nächsten Jahr wieder kommen wollen!

posted under KarTage | Kommentare deaktiviert für KarTage 2009 in Rascheid

Bericht über die KarTage in Vallendar

März25

Die KarTage waren ganz, gut und schön! „Eine Vision wird Praxis“ in der Kreuzkirche Vallendar

Zwei ganz besondere Gäste waren dabei: Yoly aus Bolivien und Oana aus Rumänien, weshalb wir immer mal wieder Englisch sprechen mussten/konnten, was ja auch ganz gut ist ab und zu. Begonnen wurde mit einer Runde „Welche Vision haben wir von einer anderen Welt, einem anderen Leben?“ Damit war auch gleich klar, was für eine interessante Runde da zusammen gekommen war! Danach wurde in Gruppen zu Texten aus dem Buch Exodus gearbeitet, das beim anschließenden Essen im Mittelpunkt stand. Die anschließende Nachtwache ließ erfahren, wie gut und schön Stille ist. Am Karfreitag hatten wir kaum Hoffnung, einen Kreuzweg gehen zu können bei dem schlechten Wetter, aber wir haben es gewagt. Vorher aber ging es um die Entschlüsselung des biblischen Textes von den „Versuchungen Jesu“ unter den Aspekten „Politik – Ökonomie – Ideologie“. Wir konnten ganz gut erkennen, wie Jesus den Verwirrer (Diabolos) durchschaut und welche Vorstellungen von Macht er ablehnt. Dass eine Kreuzwegstation, die in der Vorbereitung mit einem Bibeltext beginnt, bei dem Thema „Presse- und Meinungsfreiheit“ enden kann, zeigt, wie aktuell die Bibel mitunter ist. KarSamtagMorgen ging es dann um die Auferstehung – wie schon so oft mit Hilfe des unten erwähnten Textes der Bauern von Solentiname. Soviel jedenfalls ist klar: Auferstehung ist keine Vertröstung für Zeit und Existenz nach dem Tod, sondern eine Kraft in unserem Leben – jetzt! Aber dazu gäbe es noch so viel mehr zu sagen….Danach ging es an die Festvorbereitung: Gottesdienst, Osterkerze, Ostereier, Lieder, Festessen und: Dieses Mal gab es am Ende gebackene Füße – als Symbol für den Menschen, der aufrecht steht und losgeht! Schön, dass zur Osternachtfeier noch ein paar Leute von der KSJ dazu gekommen waren, die auch mithalfen, all das Essen aufzuessen, das Häusi gekocht hatte! Prima war, dass wir besonders gute Musiker dabei hatten, Leute aus der Bendorfer Band „White Hawk“. Sicher, wir leben bescheiden in der Kreuzkirche (Schlafen auf dem Boden, kaltes Wasser, keine Dusche…), aber dieser Ort hat etwas Besonderes. Dieses Mal hatten wir unseren Saal afrikanisch geschmückt, mit Tüchern und Sachen aus Ruanda. Übrigens: Unsere Osterkerze, die ja ab jetzt in jedem Jugendgottesdienst dabei sein wird, trägt das Gebet: Manche haben zu essen. Manche nicht. Gott segne die Revolution!

 

Hier ein Text aus der Osternacht, aus unserem neuen „Exsultet:

„Dies ist die Nacht, die den Völkern der Armen Hoffnung auf Befreiung gibt: In Afrika, in Lateinamerika und den Armen bei uns.

Dies ist die Nacht, in der Christus unserem Leben, da wo uns etwas gelingt, und da, wo wir scheitern, einen Sinn gibt.

Dies ist die Nacht, die uns von Gleichgültigkeit und Machtgier zu solidarischem Denken und Handeln befreit.

In dieser Nacht finden Einsame Freunde, erfahren Resignierende neuen Mut.

Die Kerze im dunklen Raum fasziniert uns Menschen; ihr aufrecht brennendes Licht ist Zeichen der Hoffnung.

 

Noch eine schöne Sache war im Gottesdienst: Das Rundgeben der Schale mit dem gesegneten Wasser, mit dem jede/r sich das Gesicht netzte. Auch dazu ein schönes Gebet:

Gott segne dieses Wasser. Es soll uns an die Taufe erinnern und an den Geist Jesu, in dem wir leben wollen. Gott erneuere in uns unsere Menschlichkeit, unsere Fähigkeit zur Solidarität und zum Mitleid. Amen

Das Wasser reinige unsere Ohren, damit wir den Hilferuf der Menschen hören.

Das Wasser kläre unsere Augen, damit wir sehen lernen, was Medien vor uns verborgen halten.

Das Wasser erhelle unser Gesicht, damit wir als Menschen die Menschenfreundlichkeit Gottes widerspiegeln.

Sie ist Zeichen für den aufrechten Christus und für alle aufrechten Menschen, die auf dieser Erde für Gerechtigkeit eintreten.

Und so, wie wir das Licht der Osterkerze weiter gegeben haben, wollen wir die Hoffnung, die von dieser Nacht ausgeht, verbreiten.

posted under KarTage | Kommentare deaktiviert für Bericht über die KarTage in Vallendar
Newer Entries »